Berichte

Hier möchten wir Euch einige von unseren Session`s und deren Verlauf vorstellen.

Carp Hunting Camp 2003
 
Nach langem überlegen haben wir beschlossen unsere diesjährige Wochensession in der Ems anzustarten. Wir schreiben den 17.07.2003, es ist 21.30 Uhr und wir sind gerade auf dem Weg zum Füttern. Der Wetterbericht hat für die kommende Woche durchgehend schönes Wetter mit abends aufziehenden Wärmegewittern gemeldet. (Also Karpfenwetter). Am Gewässer angekommen sahen wir auch schon, dass sich der Wetterbericht bewahrheitet hat. Wir schossen also unsere Boilies und Partikel an die schon vorher sorgfältig ausgesuchten Stellen. Dieses wiederholten wir eine Woche.
24.07.2003, Tag der Abfahrt.
Wir waren auf diesen Tag so sehr gespannt, dass wir die Nacht zuvor alle nur sehr wenig geschlafen hatten. Voller Erwartung packten wir unsere Sachen in den Hänger und fuhren los. Da unsere Stelle zu Fuß nur sehr schwer zu erreichen war, haben wir beschlossen, unsere Ausrüstung mittels einer aufblasbaren Schwimminsel (da uns zu diesem Zeitpunkt kein Boot zu Verfügung stand) an die Stelle zu fahren. Da Klinke bei dieser Variante Angst um sein Tackle hatte, ist er diesen Weg, trotz des unwegbaren Geländes, zu Fuß marschiert. Das Resultat war ein bis ins unerkennbar deformierter Trolli. Für diesen Weg hat er ja auch gut 1 ½ Stunden gebraucht. Da wir uns in der Zeit ein wenig verschätzt haben, konnten wir unsere Sachen erst nach Einbruch der Dunkelheit aufbauen. Noch schnell füttern und die Ruten „driiin“, fertig. Jetzt heißt es warten, aber wie lange? Nach etwa zwei Stunden hörten wir zum ersten Mal den Bissanzeiger von Klinke aufheulen. Dauerton! Er setzte den Anhieb und die Rute bog sich sofort bis in den Griff. Wir wussten sofort, dass es ein Guter war. Aber nach einigen Sekunden, stieg der Fisch wieder aus. Das fängt ja gut an! Klinke nahm es mit Fassung. Nachdem er seine Rute neu ausgelegt hatte, setzte er sich wieder bei uns in die Runde. Nur eine gute halbe Stunde später bekamen wir einen weiteren Biss, wieder Dauerton. Dieses Mal war es Petzen´s Rute. Er schlug an und wenige Minuten später konnte er einen schönen Graser von 16 Pfund   landen. Aber für diese Nacht sollte es noch nicht genug sein. Klinke konnte in den darauffolgenden Stunden noch einen schönen Spiegelkarpfen von 22 Pfund vor die Kamera halten.
Nachdem die erste Nacht gut verlaufen war, warteten wir voller Spannung auf die  Nächste. Am darauffolgenden Tag wurde unser Mittagessen aber plötzlich durch Petzen´s Pieper gestört. Um diese Zeit haben wir nicht mit einem Biss gerechnet. Es war wieder ein schöner Graser von 16 Pfund. Die kommende Nacht verlief ruhig. Im weiteren Verlauf dieser Session konnten wir noch einen Graser von 25 Pfund, einen von 20 Pfund, einen von 18 Pfund und einen Spiegler von 18 Pfund landen. Ebenfalls hatten wir noch zwei weitere Aussteiger. Im großen und ganzen war dies aber ein ziemlich gutes Ergebnis. 


                                      Petzen
                                       

The heavy bike session


Ich weiß nicht ob Sie das Gefühl kennen, wenn man ganz genau weiß, dass gerade heute der Tag ist an dem man so richtig abräumen kann. Das Wetter war in den letzten Tagen einfach perfekt. Dieses schwül warme Wetter, bei dem es in jedem Moment anfangen könnte zu Gewittern. In genau so einer Situation befanden wir uns.
Ich kam bei meinem Kollegen an und ohne ein Wort zu verlieren, wusste er genau, warum ich da war. Doch er konnte sehen, dass mich irgend etwas bedrückte. Ich sagte, dass ich kein Auto habe. Petzen!, wir müssen heute los, sagte er. Wir fahren mit dem Fahrrad! Es kribbelte ihm genau so in den Fingern wie mir. Aber mit nur einem Anhänger war das eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Wir versuchten also an allen Ecken und Kanten zu Sparen und nur das Allernötigste mitzunehmen. Doch trotz der großen Sparmaßnahme hatten wir ziemliche Probleme die Sachen mitzubekommen. Nachdem der Anhänger auch schon hoffnungslos überladen war, blieb uns nichts anderes übrig, als die restlichen Sachen irgendwie mit auf dem Fahrrad zu balancieren. Also den großen grünen Rucksack auf den Rücken geschnallt (bei dem es sich gefühlsmäßig schon mindestens um einen Zentner handeln musste), die dicke Rutentasche irgendwie darüber, die Tasche mit dem Rod Pod in die Hand, den Gepäckträger beladen und los konnte es gehen. Klinke sah packtechnisch ähnlich aus, bis auf den Anhänger, den er auch noch ziehen musste. Der ca. 8 km lange Weg kam uns vor wie der Pfad, direkt durch die Hölle, denn wir schwitzten Schweiß und Blut. Nach zahlreichen „Hexenschüssen“, Schweißausbrüchen, kurzen Pausen und Zusammenbrüchen, kamen wir dann doch endlich nach einer guten Stunde am Gewässer an. Nachdem wir noch schnell das Zelt und die Liegen aufgebaut hatten, konnten wir uns die nächsten zwei Stunden nicht dafür begeistern, unsere Sachen aufzubauen. Aber es war ja noch früh. Als schließlich die Kräfte wieder gesammelt waren, hatten wir die Montagen ausgelegt und mit dem Füttern begonnen. Aus Erfahrung wussten wir, dass in der Dunkelheit kaum mit einem Biss zu rechnen war. Unserer Prophezeiung hatte sich bewahrheitet, sodass wir in der Nacht einen ruhigen Schlaf genießen konnten. Mit dem Morgengrauen stieg allerdings die Spannung in uns. Und tatsächlich, der Run kam kurz nachdem es hell geworden war. Ich dachte mir, ein typischer Graser – Biss und setzte den Anhieb. Graser lassen sich fast immer ohne großen Wiederstand zu leisten, ranpumpen und explodieren dann in Ufernähe. So war es dann auch. Nach einem guten Drill mit heftigen Fluchtversuchen, konnte ich schließlich einen schönen Graser von guten 20 Pfund landen. Alle Anstrengungen waren in Vergessenheit geraten. Nur wenige Minuten später hatte Klinke einen Biss. Ebenfalls ein Graser, der aber unglücklicherweise, kurz vor dem Netz wieder ausgestiegen war. Mein Kollege nahm es mit Gelassenheit hin, obwohl der Fisch größer zu sein schien, als den, den ich zuvor gefangen hatte. Wir beschlossen noch ein paar Hände Murmeln nachzufüttern. Nur zwanzig Minuten später ertönte einer meiner Pieper erneut, diesmal der Linke. Wieder das selbe Spiel. Ein typischer Graser. Nach erfolgreichem Landen brachte der Fisch 18 Pfund auf die Waage. Der Ansitz hatte sich für mich schon überaus bezahlt gemacht. Aber Klinke sollte auch nicht mit leeren Händen ausgehen und bekam dann doch noch den ersehnten Run. Diesmal war der Fisch bombastisch gehakt. Wie sollte es an diesem Tag auch anders sein, hielt auch er einen schönen Graser von 21 Pfund auf dem Arm.
Tja, hätten wir diese Strapazen nicht auf uns genommen, wären wir niemals in den Genuss gekommen, diesen großartigen Morgen, mit drei schönen Fischen erleben zu dürfen.
    

                                             ___Petzen__
                                 

    Teamwork

    Es fing alles damit an, dass sich die Carpmafia entschloss einen gemeinsamen Urlaub zu planen. Aber die Wahl des geeigneten Gewässers erwies sich als schwieriger als ursprünglich angenommen. Nach zahlreichen Überlegungen und Erkundigungen ist uns plötzlich ein heisser Tipp in die Hände gefallen. Wir waren zuerst natürlich sehr skeptisch, da das besagte Gewässer weder im Süden, noch im Westen, noch direkt im Osten lag. Genauer gesagt lag es im östlichsten Norden den man auf der Karte so findet. Es lag in Usedom. Von dieser Gegend hatten wir zuvor nie wirklich etwas über gute Karpfenfänge gehört, aber die Quelle von der wir diese Information hatten, schien sehr zuverlässig zu sein. Der See sollte nach Angaben ca. 36 Ha groß sein, was für unsere niedersächsischen Verhältnisse schon relativ groß ist. Ebenfalls sollte der See eine ziemlich hohe Anzahl an Karpfen beherbergen, allerdings würden dort keine Kampfgewichte zu erwarten sein. Nach kurzem Überlegen und mit dem Kompromiss auf niedrige Einzelgewichte, entschlossen wir also unseren diesjährigen Urlaub in Usedom zu verbringen.

    Die Vorbereitungen haben begonnen
    Da wir nicht genau wussten, welche speziellen Umstände uns dort erwarten würden, mussten wir unser Tackle noch etwas aufrüsten. Wir haben jede Situation durchgespielt, um auf alles gefasst zu sein. Aber eins hatten wir nicht bedacht, wie sich später noch herausstellen würde. Der Anreisetag rückte näher und näher und wir hatten alle Hände voll zu tun. Endlich war es soweit. Wir beluden die Autos und den Hänger. Ziemlich schnell stellten wir jedoch fest, dass die blaue Tonne und der Maurerkübel, die gefüllt mit gequollenem Mais waren, zu enormen Gewichtsproblemen führten. Aber wir wären keine Karpfenangler, wenn wir die Kunst des Packens nicht beherrschen würden. Da wir alle so sehr aufgeregt waren, hat sich unsere Abfahrtzeit um 6 Stunden nach vorne verschoben, sodass wir gegen 23.30 Uhr losfuhren. Mit der Fahrzeit hatten wir uns etwas verschätzt. Nach ca. 9 Stunden erreichten wir unseren Zielort.

    Dort angekommen stießen wir gleich auf völliges Unverständnis, denn der Besitzer des Campinghofs, an dem der See lag, war in keinster Weise erfreut über unser Vorhaben. „Ne ihr könnt hier nicht angeln, da müsst ihr wo anders hin“, kam nur von unserem Gegenüber, der alles andere als freundlich war. Nach 9 Stunden Autofahrt war das natürlich genau das, was wir hören wollten. Aber nach einem freundlichem Gespräch und dem Aushandeln einiger Konditionen, durften wir dann doch noch glücklicherweise unserem Zielfisch nachstellen. Allerdings konnten wir den Mann nicht dazu überreden, unser mitgebrachtes Schlauchboot zu benutzen. So mussten wir zwei Boote für insgesamt 80 Euro mieten. Achja, Motoren jeglicher Art waren ebenfalls verboten.
    Und den Mais, den wir mitgebracht hatten, durften wir dann auch noch im Auto lassen. Uns war erst mal alles egal. Wir hatten alle das Selbe im Kopf. Sachen aufs Boot und rüber. Rudernd in unserem Boot sahen wir dann die erste ernüchternde Tatsache. Daran hatten wir natürlich nicht gedacht. Der ganze See war stark verkrautet und je näher wir ans Ufer kamen, desto dichter wurde das Kraut. Nur einige kleine freie Stellen waren im Uferbereich zu sehen.
    Alle von uns waren ziemlich geschlaucht. Wir haben also erst mal in aller Ruhe aufgebaut und uns ein Bild von der Situation gemacht. Die erste Nacht haben wir auf einigen dieser kleinen Sandstellen gefischt. Das Resümee der Nacht war sehr überschaubar. Über Nacht konnten wir keinen Run verzeichnen. Am anderen Morgen fing Gonzo dann gegen 09.00 Uhr den ersten Fisch der Session. Am ersten Tag haben wir dann insgesamt drei Fische gefangen. Später am  Tag konnten wir dann dank des Echolots den See etwas näher kennen lernen. So stellten wir fest, dass der See sehr weit flach reingeht und erste nach ca. 100 – 150 Meter die erste Kante auf ca.3 Meter abgeht. Dort wurde das Kraut auch teilweise weniger. Auf etwa 200-250 Meter gab es dann ca. 4 Meter Wasser. Auf dieser Entfernung waren dann einige größere freie Stellen auf dem Echolot zu sehen. Dort haben wir dann einige attraktive Spots mittels Boje markiert. Durch die starke Verkrautung im Uferbereich mussten wir jede Montage mit dem Boot rausbringen (und auch wieder reinholen). Wir entschieden uns für eine Krautmontage, die folgendermaßen aussah. Unten an einem ca. 80-100 cm langem Leadcore wurde das Blei befestigt. Etwa 20-40cm über dem Blei wird ein Wirbel zwischen zwei Gummiperlen auf dem Leadcore fixiert. An dem zum D-Rig gebundenen Fluocarbon Vorfach wurden Pop-Ups angeboten. Wenn nun das Blei auf dem Grund aufkommt, sinkt das Leadcore relativ langsam und legt sich dann flach aufs Kraut. Der genau ausgebleite Pop-Up sinkt noch langsamer und bleibt genau auf dem Kraut stehen, da das Vorfach ja nicht direkt durch das Bleigewicht zu Boden gezogen wird und im Kraut verschwinden würde. Und die Theorie ist aufgegangen. Mit dieser Kombination konnten wir einige Fische landen.
    Da wir in zwei Gruppen aufgeteilt waren, beschlossen Gonzo und ich am dritten Tag die anderen einmal zu besuchen. Klinke und Teddy hatten ebenfalls einiges zu berichten. Beim gemütlichen Zusammensitzen ertönte Klinkes Pieper plötzlich. Wir machten also das Boot startklar und Klinke kümmerte sich um seinen um Hilfe schreienden Bissanzeiger. Und da ist es passiert. Auf halbem Weg ist der Spulenkopf der 8000 GTE gebrochen und ein weiteres Einholen der Schnur war unmöglich. Teddy ist also dem Fisch in Windeseile entgegengerudert. Klinke hat die Schnur mit der Hand aufgenommen und ich, der eigentlich nur Fotos machen wollte, hatte die Rute bekommen. Ab jetzt war Teamwork gefragt. Anhand der Rute konnte ich Teddy sagen in welche Richtung der Fisch schwimmt und er musste sofort darauf reagieren. Bei Fluchtversuchen musste ich Klinke bescheid sagen, woraufhin er Schnur nachgeben konnte. Es war wirklich ein sehr schwieriges Unterfangen und wir hätten den Fisch auch noch um Haaresbreite verloren. Aber dank des hervorragendem Teamworks und der stetigen Absprache konnten wir schließlich einen schönen Spiegler von 24 Pfund landen. Die Umstände haben diesen Fisch natürlich zu etwas ganz besonderem gemacht, den wir dann selbstverständlich auch begießen mussten. Wie sich später herausgestellt hat, sollte dies der größte Fisch der Session sein.

    Am späten Nachmittag, als Klinke und Teddy von den Autos wiederkamen, um noch einige Sachen zu holen, berichteten sie, dass sie gerade noch eine mittlere Katastrophe verhindern konnten. Durch die Wärme war die blaue Tonne, die noch im Auto stand, im Begriff zu explodieren. Nachdem sie erst mal Druck aus´m „Kessel“ gelassen haben, sind auch gleich zwei Eimer Mais mit ins Boot gewandert. Den Mais konnten wir schließlich nicht wieder mit zurücknehmen und so haben Gonzo und ich uns auch noch eine gehörige Portion geholt. Nach der dritten Nacht ist uns klar geworden das die Fische regelrecht süchtig nach dem Mais waren und wir haben gemerkt, dass es dort sehr viele Graser gab. Dementsprechend haben wir dann auch gefüttert. Wir fingen in den letzten zwei Nächten noch einige schöne Graser und auch Schuppies. So haben wir innerhalb der letzten zwei Tage den kompletten Mais verfüttert und wir hatten ehrlich gesagt noch zu wenig. Durch den Mais ist die ganze Session in ziemlichen Stress ausgeartet und wir haben einige Kilometer mit dem Ruderboot gut gemacht. Es kam vor, dass wir noch nicht ganz an Land waren und der Pieper schon wieder einen Biss zu verzeichnen hatte. Aber genau darum waren wir ja auch hier.
    Im Großen und Ganzen war diese Reise ein voller Erfolg. Insgesamt konnten wir 32 Fische verbuchen. Das Gesamtgewicht belief sich auf rund 400 Pfund Karpfen. Beim schwersten Karpfen blieb die Waage schließlich auf 24 Pfund stehen, was ja immerhin auch schon ein stolzes Gewicht ist. Aber wie ja schon gesagt waren wir nicht wegen eines Ausnahmefisches in Urlaub gefahren, sondern wollten bei einigen schönen Karpfen einfach nur Spaß haben. Und den hatten wir ohne Zweifel... 


                                                                                                                                           Petzen
     

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